„Mit großer Wucht und in ihrer ganzen Breite getroffen“: So beschreibt eine gerade erschienene Studie die Wirkung, die die Pandemie auf die Zivilgesellschaft in Deutschland ausübte. Drei Viertel der 1066 im vergangenen Winter online befragten Vereine und Initiativen seien negativ betroffen gewesen. Allen voran rein ehrenamtlich organisierte Vereine erwiesen sich demnach in ihren Aktivitäten ausgebremst und finanziell angeschlagen. Wer kooperativ stärker verbunden war, konnte die Krise besser bewältigen, denn dadurch war Unterstützung leichter zugänglich. Gerade kleine Initiativen ohne Budget taten sich da schwer: „Resilienz erweist sich auch als Ressourcenfrage.“

  • Dabei handelt es sich um die „Organisationen, die nur teilweise die Bedingungen für staatliche Hilfen erfüllen und die weniger verbandlich organisiert sind. Damit werden ihre Erfahrungen und Forderungen auch weniger gebündelt und öffentlich sichtbar. Vor diesem Hintergrund sollten die gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Förderung der Zivilgesellschaft sicherstellen, dass alle Teile der Zivilgesellschaft gleichermaßen davon profitieren können.“

Das Gute bei aller Corona-Krise: Die Zivilgesellschaft ist nicht in die Knie gegangen. Teilweise lahmgelegt, hätten viele Organisationen aber auch neue Aktivitäten gezeigt. „Trotz dieser massiven Einschränkungen“ hätten zivilgesellschaftliche Akteure „auch in dieser Krise einen zentralen Beitrag für die Bewältigung der sozialen Folgen der Krise geleistet“. Das gelte nicht zuletzt für informelle Initiativen, die sich als „wichtige und resiliente Akteur:innen“ behaupteten. Die Studie mit dem Titel „Deutschlands Zivilgesellschaft in der Corona-Pandemie“ von insgesamt acht Autor:innen ist in der Reihe „ipb working papers“ erschienen und hier online einsehbar.

Quelle: Bagfa Engagemnetnachrichten 15/21