Am Donnerstag, dem 25.11.2021, wurde zum sechsten Mal durch den Förderverein Cottbuser Aufbruch e.V. der Cottbuser Toleranzpreis verliehen. Nominiert wurde u.a. das durch das Paritätische Projekt „Begegnungen im Stadtteil“ initiierte Projekt „Fahrrad-Freundinnen“.

Wir sind sehr stolz, dass das Fahrrad-Freundinnen Projekt von der Jury 2021 auf den 1. Platz gewählt wurde und von Herrn Möller, Präsident des Verfassungsgerichts des Landes Brandenburg, die Laudatio gelesen und die Glückwünsche überreicht wurden!

Grundidee dieses Projektes ist es durch viel bürgerschaftliches Engagement interkulturelle Begegnungen zu schaffen, Menschen und Kulturen zusammenzubringen, Frauen in ihrer Selbstwahrnehmung zu stärken und die gesellschaftliche Teilhabe von Migrantinnen zu fördern.
Die Teilnehmerinnen kommen meist aus islamisch geprägten Ländern. Viele von ihnen hatten in ihrem Heimatland keine Gelegenheit, Fahrradfahren zu lernen. Uns ist es daher wichtig, eine angenehme, einladende und respektvolle Atmosphäre zu schaffen. Der Wunsch Radfahren zu können und somit selbstständiger und unabhängiger im Alltag unterwegs zu sein unterstützt die gesellschaftliche Teilhabe von Frauen. Denn Rad fahren bedeutet nicht nur in die Pedale zu treten – es kann Lebensenergie schenken, individuelle Mobilität ermöglichen, die Gesundheit fördern, Selbstvertrauen aufbauen und Freundschaften entstehen lassen. Ehrenamtliche unterstützen ganz individuell die Migrantinnen beim Erlernen des Radfahrens. Hierzu gehört v.a. ein zwischenmenschlicher Vertrauensaufbau aber auch ein Grundverständnis der Theorie rund ums Radfahren. Das Projekt bietet Raum für einen transkulturellen Austausch und soll die Frauen ermächtigen, sich gegenseitig zu unterstützen, auch über das Radfahren hinaus.

Solche Projekte sind nur mit guten Partnern möglich. In enger Zusammenarbeit mit der Freiwilligenagentur Cottbus, dem Frauenzentrum Cottbus e.V., der Verkehrswacht Cottbus e.V. und durch große personelle und fachliche Unterstützung vom Berliner Bikeygees e.V. konnten 2021 bereits die ersten Migrantinnen im Verkehrsgarten das Rad fahren erlernen. In 2022 soll das Projekt weitergeführt werden.